Retrofit einer Pumpensteuerung in einer Großwäscherei

Retrofit einer Pumpensteuerung in einer Großwäscherei – moderne Wasserversorgung & Prozessoptimierung (2025)

Ende 2025 wurde Rau Automatisierung als Partner in ein umfassendes Modernisierungsprojekt einer Großwäscherei eingebunden. Die bestehende Wasseraufbereitung und Pumpensteuerung war im Laufe vieler Jahre mehrfach erweitert worden und entsprach zuletzt nicht mehr den ursprünglichen Betriebsabläufen. Zusätzlich sollte die Produktionskapazität erhöht und der Wasserverbrauch effizienter geregelt werden.

Im Mittelpunkt stand die Steuerungserneuerung der Pumpenanlage, die die gesamte Waschstraße mit Frischwasser versorgt – inklusive einer umfangreichen Optimierung des Wassermanagements.

Ausgangssituation: gewachsene Anlage, unklare Steuerungslogik & begrenzte Leistungsreserven

Bis zur Modernisierung wurde die Wäschereilinie aus einem zentralen Puffertank gespeist, der über zwei redundante Pumpen betrieben wurde.
Diese Konstellation erfüllte lange Zeit ihren Zweck, jedoch gab es mehrere Probleme:

  • die Pumpenleistung reichte zu Spitzenzeiten nicht mehr aus
  • die Nachspeisung durch das Stadtwasser war zu langsam
  • Tankregelung über statischen Druck war ungenau
  • Steuerungstechnik stark veraltet und mehrfach unstrukturiert verändert
  • der ursprüngliche Programmierer war bereits im Ruhestand
  • keine saubere Dokumentation vorhanden

Die Folge:
Die Anlage arbeitete zwar grundsätzlich, aber nicht mehr stabil, effizient oder planbar.

Grund für das Retrofit: höhere Kapazität, mehr Prozessstabilität & moderne Technik

Durch die Erweiterung der Waschanlagen stieg der Wasserbedarf erheblich. Die bestehende Technik konnte diesen Anforderungen nicht mehr gerecht werden – weder hydraulisch noch steuerungstechnisch.

Das Retrofit sollte:

  • eine sichere, leistungsfähige Wasserversorgung gewährleisten
  • die Pumpensteuerung erneuern und vollständig digitalisieren
  • eine moderne Siemens-Steuerung integrieren
  • den Tankaufbau erweitern (zweiter Tank)
  • Redundanz, Füllstandserkennung und Prozessführung optimieren
  • alle Betriebsdaten transparent visualisieren
  • die Betriebsleitung digital einbinden

Damit wurde aus einer gewachsenen Altanlage ein modernes, erweiterbares Wassermanagementsystem.

Besondere Anforderungen: zwei Tanks, redundante Pumpen & Energieoptimierung

Die Modernisierung umfasste mehrere technische Herausforderungen:

  • Erweiterung um einen zweiten Puffertank
  • Installation zweier neuer Pumpen für die Zwischenspeisung
  • parallele Frischwasserversorgung beider Tanks
  • steckbare Sensorik für schnelle Erweiterungen
  • Modernisierung der Frequenzumrichter-Steuerung
  • zuverlässige Druck- und Füllstandsregelung
  • Integration von Wärmerückgewinnung aus dem Abwasser
  • Visualisierung aller Wasserkreisläufe

Damit wurde die bestehende Struktur deutlich leistungsfähiger und intelligenter gestaltet.

Unsere Umsetzung: neue Siemens-Steuerung, moderner Schaltschrank & flexible Systemarchitektur

  1. Neuer Schaltschrank mit moderner Frequenzumrichtertechnik

  • kompletter Neubau eines zentralen Schaltschranks
  • Ansteuerung aller Pumpen über moderne Siemens-Umrichter
  • sichere Abschalt- und Überwachungsfunktionen
  • steckbare Sensoranbindung für spätere Erweiterungen
  1. Moderne SPS-Architektur

Verbaut wurde eine Siemens S7-1200 der neuesten Generation, als zentrale Steuerungseinheit für:

  • Pumpenregelung
  • Füllstandsüberwachung
  • Druckregelung
  • Tankumschaltung
  • Redundanzmanagement
  • Energieoptimierung
  1. Visualisierung auf 12-Zoll-Siemens-Panel

  • detaillierter Anlagenüberblick
  • Klartextmeldungen
  • Trendanzeige für Drücke, Füllstände und Temperaturen
  • Prozessvisualisierung aller Wärmetauscherkreise

Zusätzlich wurde die Visualisierung per Smart Server in das Büro der Betriebsleitung gespiegelt – für Fernanzeigen, Auswertungen und schnelle Reaktionen.

  1. Erweiterungskonzept & zweistufiger Umbau

Die Modernisierung erfolgte in zwei Phasen:

Phase 1:

  • Austausch der alten Steuerung
  • Inbetriebnahme des neuen Schaltschranks
  • Software bereits für späteren Tankausbau vorbereitet

Phase 2:

  • Einbindung des zweiten Tanks
  • Integration neuer Pumpen
  • steckbare Sensorik für schnellen Wochenendumstieg

Durch diese modulare Vorgehensweise konnte der Betrieb ohne lange Stillstandszeiten erfolgen.

  1. Fernwartung & digitale Unterstützung

Zur Unterstützung des Betreibers wurde ein Fernwartungssystem installiert.
Damit sind:

  • schnelle Reaktionszeiten
  • Sofortunterstützung bei etwaigen Fehlern
  • Online-Analyse der Sensorik und Pumpen

möglich – bislang ohne einen einzigen Notfalleinsatz.

  1. Energieoptimierung durch Wärmerückgewinnung

Im Zuge des Retrofits wurde die Abwasserenergie sinnvoll genutzt:

  • Abwasser wird über Wärmetauscher geführt
  • Rückgewonnene Wärme temperiert das Frischwasser
  • zusätzlich wurde ein BHKW (Blockheizkraftwerk) eingebunden
  • alle Temperaturen werden auf dem Panel visualisiert

Das erhöht Effizienz, Nachhaltigkeit und Betriebskostenersparnis.

Ergebnis & Kundennutzen: stabile Wasserversorgung, transparente Prozesse & volle Zukunftsfähigkeit

Durch das Retrofit verfügt die Wäscherei heute über:

  • stabile und leistungsstarke Wasserversorgung
  • optimierte Pumpenregelung für alle Betriebszustände
  • transparente Visualisierung aller Drücke, Temperaturen und Füllstände
  • bessere Energieeffizienz durch Wärmerückgewinnung
  • voll dokumentierte Anlage inkl. Software
  • einfache zukünftige Erweiterungen
  • schnellen Support dank Fernzugriff

Das Ergebnis:
Ein modernes, robustes und vollständig dokumentiertes Wassermanagementsystem, das die Wäscherei langfristig sicher, energieeffizient und skalierbar betreiben kann.

FAQ – Modernisierung von Pumpensteuerungen & Wasserversorgung in Industriebetrieben

Ja – inklusive Tankregelung, Druckregelung, Visualisierung und Frequenzumrichtersteuerung.

Ja, besonders wenn Erweiterungen zeitlich versetzt eingebaut werden sollen.

Beachtlich – insbesondere in Wäschereien mit konstant hohen Temperaturen.

Ja, die modulare Architektur der S7-1200 erlaubt spätere Pumpen, Tanks oder Sensoriken.